20.04.2011 Mainz - Das Konzept ist klar: “Ich habe mir viel Mühe gegeben, nichts Normales dazwischen zu haben”, sagt Miriam Spies – und: “Alles passiert konzentriert an einem Ort mit einem großen Rahmenprogramm.”
So wird es also aussehen, das Mainzer Literaturfestival, das vom 27. bis 29. Mai unter dem Motto “There´s still no Beat-Generation” die Fans des Underground-Literatur ins Atelier Zukunft locken soll. “Es gibt nicht nur die fünfeinhalb bekannten Popliteraten, die auf Dauertour sind”, meint die Chefin des Mainzer Gonzo-Verlags und Initiatorin des Festivals. “Ich finde es viel spannender, in die zweite Reihe zu gehen und zu schauen: Was gibt es da alles?”
Und da gibt es zum Beispiel die Glutton Group Frankfurt, die zu zwölft anreisen wird, um Gedichte fühlbar und sichtbar zu machen. Oder Michael Sailer mit seinen bösen gesellschaftskritischen Kolumnen. Oder den Slam-Poeten Andy Strauß, der mit seinen Auftritten schon das Kuz füllte.
Oder die Beatpoeten: “Die machen intelligente linke Texte, unterlegt mit elektronischer Musik.”
2009 rief Spies das Mainzer Literaturfestival ins Leben. Auch damals gab an drei Tagen Lesungen satt. “Dann klopfte das Literaturbüro Mainz an, ob man sich zusammentun könnte.”
So entstand 2010 die zweite Auflage unter dem Titel “Mischen Possible”. Das Festival änderte den Charakter: Es bot eine lockere Reihe von Lesungen an verschiedenen Orten. 2011 will Spies zurück zur Ursprungsidee, während das Literaturbüro am “Mischen”-Konzept festhält. Deshalb gibt es jetzt zwei Literaturfestivals, die sich allerdings weder thematisch noch terminlich Konkurrenz machen.
Spies hat unter anderen die Studentenzeitung Stuz, das Pengland und die MRZ als Medienpartner ins Boot geholt. Neben den Lesungen kann sie so Live-Musik bieten, Verkaufsstände und einen Wettbewerb: Beiträge von maximal zwei Din-A4-Seiten sind gefragt. Die drei besten werden vorgetragen, das Publikum kürt den Sieger. Es lockt eine Veröffentlichung in der Zeitschrift “eXperimenta”, und eine Trophäe, der Goldene Gonzo. “Den muss ich aber erst noch basteln”, sagt Spies augenzwinkernd.
Allzu ernst wird es offensichtlich nicht zugehen beim Festival. Spies stellt sich da so vor: “Wir hängen einfach drei Tage zusammen und lernen viele Autoren und andere interessante Typen kennen.” Gerd Blase
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